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- Jan Peter Sonntag und Till Nikolaus von Heiseler reden miteinander und laden sich dazu Gäste ein -
Titel:
Thema: „Kunst & Narration // Die Narrationen der Kunst“ Gesprächsteilnehmer: Stefan Heidenreich, Jan-Peter E.R. Sonntag, Till Nikolaus von Heiseler.
Kaltes helles Licht. Arbeitslicht, 1 Quadratmeter Neons oder ein Lichtobjekt. Gestaltet von Jan Peter Sonntag. Die Sessel im Salon sind dezentral gruppiert. Die Gesprächsteilnehmer sitzen wie zufällig, voneinander abgewendet, im Raum, sie können sich nicht ansehen. Vor jedem Gesprächsteilnehmer ist ein Mikrofon aufgebaut. Ein viertes Mirkofon ist beweglich: 4 Kanalaufnahme.
Kommentar: Gesprächsteilnehmer und Publikum sind körperlich gleichberechtigt. Akustisch sind die Gesprächteilnehmer privilegiert. Das Licht hat ein wenig etwas von Bühnenlicht. Die Kommunikation findet allein über den akustischen Kanal statt.
Wäre es nicht witzig sich zu Siezen? Damit gibt es nicht eine Verschworenheit gegen das Publikum, sondern alle sind gleich.
Das Gespräch wird implizit von dem Buch „Was verspricht die Kunst?“ (Heidenreich) ausgehen. Alle Gesprächteilnehmer haben das Buch gelesen und sich in entsprechender Weise positioniert.
Eines unserer Themen ist Wissensinszenierung = Wissensproduktion und -distribution als Inszenierung. Theater ist immer ein wenig gewalttätig d.h. im Wissenstheater geht es zunächst um eine Engführung von der dann abgehoben wird.
Kleidung: Weiße Hemden (weiß! - nicht gelblich, nicht bläulich!) ohne Krawatte ohne Anzugjacke. Hose egal. Raum: Sehr hell. Die Sprecher sind über den Ton verbunden. Der Raum wird u.U. sehr hell sein. Vielleicht zur Sicherheit Sonnenbrillen mitbringen, die man bei Bedarf aufsetzen kann.
Am Einlass unterschreibt das Publikum die Einverständniserklärung, dass Bilder und mögliche Beiträge von uns verwendet werden können. Einlass kurz vor Beginn. Eine E-Mail-Adresseliste wird angefertigt.
Das Gespräch ist in 5 Akte gegliedert. In den Pausen zwischen den Akten spielt eine Spieluhr und wir reden Backstage, wie lief es bisher gelaufen, was zu verbessern wäre und die der nächste Akt durchgeführt werden könnte, was machen wir im nächsten Akt? In den Akten verständigen sich die Gesprächsteilnehmer über die Mikrofone. In den Pausen drehen sie sich zueinander um und sprechen am Mikrofon vorbei laut miteinander. Das vierte Mikro kann ab der Mitte des vierten oder fünften Aktes im Publikum weitergegeben werden.
- Einführung in die Reihe “Narration im elektronischen Zeitalter” (tnvh, 5 Min) - Einführung in die Veranstaltung, Vorstellen der Personen (JPS) Überleitung zum I. Akt. Bitte an SH seine Position darzulegen.
- Stefan Heidenreich legt seine Position zum Kunstsystem dar. Logik der Sammlung. Künstler als Produkt. Ohne historischen Bögen. (ca. 5. Min)
Gedankensplitter: Systemtheoretisch wird ein System definiert als Etwas, was seine Elemente (die Elemente des Systems erschafft). Es ist nicht etwa nur eine Struktur von bereits bestehenden Elementen, sondern die Elemente sind Resultate der Rekursion. 1929 Entwickelt Alfred North Whitehead (1861-1947) eine „organistische Philosophie“: “Philosophy of organism is the inversion of Kant’s philosophy … For Kant, the world emerges from the subject; for the philosophy of organism, the subject emerges from the world.”), 1929. Process and Reality.
- Gespräch: Wie funktioniert das System, wie hat es sich in letzter Zeit gewandelt? Was wird mit aus dieser Perspektive sichtbar? Was verdeckt diese Perspektive? Keine historischen Bögen und Erzählungen. Springen im Denken und der Geschichte. Aufspannen von Fragen und der unterschiedlichen Positionen.
- Jan-Peter Sonntag spricht über seine Sicht der Renaissance (ca. 5. Min) und der Geburt des Künstlersubjekts.
Gemeinsames Nachdenken über und Rekonstruktion der Renaissance.
Vielleicht auch: Wie kam es überhaupt zum Paradigmawechsel... (wichtig für die Frage, stehen wir vor einem Paradigmawechel, was sind seine Gesetzmäßigkeiten, lässt sich da etwas übertragen oder gibt es da vor allem Differenzen.)
Gibt es eigentlich einen Zusammenhang der „historischen Apriori“ (Ordnung der Dinge, Archäologie des Wissens), Foucaults episteme und der Kunst oder ist die Kunst damals schon ein eher geschlossenes System?
(verstanden als Impressionismus bis .... (heute?) - Stefan Heidenreich Kurzer historische Bogen vom Impressionismus bis zum Schwarzen Quadrat (ca. 5 Min) - Jan Peter Sonntag Reinterpretation der klassischen Avantgarde durch die amerikanische Konzeptkunst. Black Mountain College. Cage und Fluxus. Bedeutung der Musik für das verstehen der Kunst als etwas Prozessuales. You see what you see. Einbruch des Narrativen. Zitieren des Narrativen (Pop-Art).
Framing der Betrachtung eines Kunstwerkes verstanden als Narration.
Gespräch: Versuch einer Erzählung der Kunst (beziehungsweise unterschiedlicher Erzählungsmöglichkeiten) bis heute
Unterschiedliche Ebenen des Narrativen. In welchem Verhältnis steht Kunst und Narration? Mimesis. Metaerzählung. - Alphonse Allais.
Wandel der Funktion des Narrativen in der Kunst Beispiele aus dem Buch: Duchamps als “der Maler des Akts”
Titel des Bildes Duchamps Bedeutung der Interpretation und Reinterpretation Ist nicht gerade Konzeptkunst (die die Narration zertrümmern will) besonders narrativ, in dem Sinne, dass sie ohne Erklärung nicht funktioniert?
Brainstorming: Erzählung der Sammlung: Die aktuellen Narrationen der Kunst. Das Werk, dass seine Bedeutung durch die Geschichte der Kunst erhält und den Anspruch hat die Kunst d.h. ihr Narration voranzubringen. Erzählung der Emanzipation: Politisch korrekte Förderung und das anschließen an die große Erzählung der Emanzipation.
Der Mythos des Autors und die Narration. Der Mythos des Künstlers als Miniaturerzählung. Die Erzählung des Sammlers. Tabubruch und Künstlerkonstruktion.
Vermeintliche Verneinung der Narration in der Konzeptkunst, erzählt durch Narration der Kunst weiter und betreibt ihr Vorantreiben als Wert des Werks.
Welche Zukünfte hat die Kunst Wie funktioniert ein Paradigmawechsel? Ausdifferenzierung? Unterschiedliche Weg und Möglichkeiten.
Ausblick: Das offene Kunstwerk. Künstlerische Subjektivität und Kollektivität. Medientheater. Netzperformance. Die Bedeutung der Vermischung von Fiktion und Wirklichkeit. Wie transformieren sich die Erzählungen der Kunst unter den gegebenen medientechnischen und kulturökonomischen Bedingungen?
Brainstorming: Was war Kunst? Unterschiedliche Kunstbegriffe (Kunst als ästhetische Metaverhältnis zum Dasein, Kunst als das, was gesammelt und ausgestellt wird, Kunst als techné, blabla.) Historische Differenzen: Mäzen, Museum, Kunstmarkt. Bedeutung der Auktionshäuser, System und Ökonomie. Sind die alten Kategorien von Literatur, Musik und bildender Kunst noch gerechtfertigt? (Stichwort: Medienkonvergenz, Formatdifferenzierung) Oder sind Kategorien allein Resultate einer Finanzierungspraxis. Massenproduktion (Publikumfinanziert), Diskursiv-politisch korrekte Kunst (Institutionell Finanziert), Original und Fetisch (Sammler, Kunstmarkt finanziert).
Was bedeutet es für die Kunst, dass diese drei Finanzierungsmodelle in der Kunst neben einander stehen und teilweise in einander greifen?
Einbeziehen des Publikums (oder wollen wir das Gespräch schon im IV Akt öffnen)?
Der Text wird geskiptet und von den Teilnehmern ausgeschrieben und mit Fußnoten versehen. Der Text wird in ein Wiki gestellt und kann vom Publikum kommentiert werden. Auf das Wiki wird auf unterschiedlichen Mailinglisten aufmerksam gemacht.
Publikationsbeitrag (3-5 Gespräche ergeben ein Buch). In der entstehenden Publikation wird das Tesla als Co-Produzent erwähnt.